Ensemble-Saison mit "Puppen" und "idiot"
Wiener Zeitung (07.10.2005)


Wien. Als "Prototyp für die Wiener Theaterreform" präsentierte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny am Donnerstag das "ensemble für städtebewohner". Die 1989 in Hamburg von den Komponisten Ernst Bechert und Christoph Coburger gegründete freie Gruppe hat nun als eine von zehn Gruppen erstmals einen längerfristigen Subventionsvertrag erhalten. Mit der vierjährigen Konzeptförderung, die dem "ensemble für städtebewohner" jährlich 275.000 Euro sichert, befindet es sich in Gemeinschaft mit 15 weiteren Teams, die insgesamt 3,7 Mio. Euro erhalten. "Keine lauten Statements, kein Logo und möglichst keine Wiedererkennbarkeit" sind laut Coburger die inhaltlichen Klammern der Gruppe, die aus einem Pool von Künstlern jeweils neue Produktionsteams bildet. Was das bedeutet, davon kann man sich ab 23. Oktober ein Bild machen: Dann startet das Ensemble mit "Herr K und Frau N in concert" im Künstlerhaus. Das Konzert bildet den Auftakt zu "Herr K und Frau N", einer "opera mono" von Coburger, die am 29. Oktober im Künstlerhaus-Theater uraufgeführt wird. "Switch Echo" – ab 9. Dezember im WUK – ist die Fortschreibung eines im September in London uraufgeführten Stückes von Adriano Shaplin. Für die deutschsprachige Erstaufführung wird der Schauplatz nach Wien transferiert. Die auf einem Franzobel-Text basierende Produktion "Puppen" kommt als Österreichische Erstaufführung ab 16. Dezember in das Jugendstiltheater. Letzte Produktion der Spielzeit ist die heimische Erstaufführung der Kammeroper "idiot" kommenden Februar im Schauspielhaus, die auf Texten Konrad Bayers beruht.